Chorsingen

Unsere ersten Erfahrung mit dem Singen werden viele von uns im Kindergarten mit Spielliedern gesammelt haben. Jedes Kind möchte singen und findet es sehr spannend sich mit der Möglichkeit und der Vielfältigkeit seiner Stimme auseinanderzusetzen.

Unzählige Anmeldungen für meine Kinderchöre wurden fast alle eingeleitet: “Mein Kind singt so gerne”. Der eigene Wunsch der Kinder nach Singen, hält bis in die Grundschulzeit an. Danach wird das Singen durch die Peergroup sanktioniert, denn Singen wird ganz schnell uncool. Haben die Kinder bis dahin nicht gelernt, ihre Stimme so zu nutzen, dass es für sie selbstverständlich ist, hören die meisten auf.

Dieses Phänomen hat leider langlebige Konsequenzen, denn auch im Erwachsenenalter haben wir selten die Gelegenheit zu singen. Möglichkeiten gibt es viele (in der Badewanne, beim Abwasch), doch nur in Gemeinschaft macht es wirklich Spaß und gewährleistet eine Kontinuität.

Für Kinder ist es eine unglaublich schöne Erfahrung ein Lied so singen, dass es andere begeistern kann. Dabei muss es die Regeln lernen, nach der Musik gemacht wird. In gleichen Maßen muss es sich auch in die Gruppe einfügen und Rücksicht nehmen. Singen in der Gruppe ist also sowohl ein kognitiver wie sozialer Lernprozess, der es ermöglicht, sich auch in anderen Gemeinschaften gut zurecht zu finden.

Singen im Chor gibt zudem auch die Sicherheit der Gemeinschaft. Jeder gibt sein Teil zum Gelingen eines Ganzen mit dazu. Diese Erfahrung tut allen gut, insbesondere in einem Zeitalter, indem es nur danach zu gehen scheint, wer der beste, der größte ist oder das meiste hat. Zu lernen, dass man nur so stark ist wie sein schwächstes Glied beruht nicht zuletzt auch auf unseren christlichen Wertvorstellungen.