Singen als Ausdruck von Gefühlen

Seit ein paar Jahren wird dem Singen wieder eine besondere Bedeutung zugestanden. Endlich! Denn Singen baut nachweislich Stress ab und macht uns belastbarer.

Doch Singen ist auch der Ausdruck von unseren Empfindungen. Wissenschaftler haben herausgestellt, dass das Singen eine direkte Auswirkung auf unsere physische Beschaffenheit hat. Ich möchte diese Aussage weiterführen: So wie wir singen, so ist auch unser seelisches und körperliches Empfinden.

Leider ist in der Vergangenheit sehr unpädagogisch mit Kindern umgegangen worden, die nie eine geeignete Anleitung zum Singen bekamen. Immer wieder treffe ich auf Menschen, die sich nicht mehr trauen, den Mund aufzumachen, weil ihnen in ihrer Kindheit gesagt worden ist, dass sie nicht singen können. Dieser unbedachte Satz hat aber für viele eine lebenslange Konsequenz: Sie werden um eine Möglichkeit gebracht, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen und für sich etwas Gutes zu tun.

Den Sprung im späteren Leben sich noch einmal mit seiner Stimme auseinanderzusetzen trauen sich leider im noch viel zu wenige. Die Konsequenz zieht sich dann auch über Generationen hinweg. Denn wer sich nicht traut zu singen, kann seinen Kindern auch wichtige Kulturgüter nicht transportieren und diese lernen ebenfalls unter erschwerten Bedingungen zu singen.

Mein Appell an alle Kinder und auch an Erwachsene: Jeder kann singen lernen! Jeder hat unterschiedliche Voraussetzungen, der eine lernt es schneller, der andere braucht etwas länger. Doch die Auseinandersetzung mit sich und der eigenen Stimme macht nicht nur zufriedener, sondern auch schlauer.